Wir müssen gewinnen

Die Offiziersgesellschaft der Stadt Bern hielt ihre 155. Mitgliederversammlung am 21. März 2016 im Haus der Universität in Bern ab. 155 Jahre OG Stadt Bern, eine alte Gesellschaft mit im Herzen jungen Mitgliedern. Nach dem statutarischen Teil wandte sich Div Melchior Stoller, Stv Kdt Heer, an die zahlreichen Anwesenden zu einem Thema, das unter den Nägeln brennt: WEA und im Speziellen das Heer. Beim Apéro vor dem gemeinsamen Nachtessen stellte sich Pierre Alain Schneegg, SVP, als Kandidat Regierungsrat Jura Bernois auf sympathische Weise kurz vor. In einer stillen Minute gedachten die Mitglieder der verstorbenen Kameraden Br Peter von Deschwanden, Hans Grüter, Martin Huwyler, Peter Kistler, Jean-Pierre Mange, Arthur Ruetsch und Ulrich Will.

Zufrieden hielt der Präsident Oberstlt i Gst Matthias Spycher in seinem Jahresbericht Rückschau auf viele Anlässe, die teils gut besucht waren. Bei anderen hätte sich der Vorstand gerne mehr Teilnehmer gewünscht. Die Ballkommission Offiziersball war ebenfalls zufrieden mit über 500 Gästen im Hotel Bellevue in Bern. Der Kassier, Oblt Damian Schmid, meldet ein erfolgreiches Geschäftsjahr und lobt die Zahlungsmoral der Mitglieder.

Bei den Wahlen wird Präsident Spycher wiedergewählt. Er dankt für das Vertrauen. Wenig Wechsel im Vorstand ist eine gute Basis und erleichtert die Arbeit. Aus beruflichen Gründen gab Oberstlt Stefan Varonier sein Amt als Vizepräsident ab. Als Head armasuisse Brussels Office bleibt er aber Beisitzer im Vorstand. Der bisherige Sekretär, Oblt Tobias Herren wird als Vizepräsident gewählt und als Sekretär kommt Oblt Simon Niffenegger neu in den Vorstand. Zudem kommt Oberstlt Roger Hofmann als Vertreter OG FU in den Vorstand. Der Präsident freut sich auf die künftige Zusammenarbeit. Die Vorschau auf die Anlässe 2016 macht Lust auf Teilnahme, die Themen sind vielseitig. Die OG Stadt Bern ist in jeder Hinsicht gut aufgestellt.

Oberstlt i Gst Spycher stellt Div Melchior Stoller kurz vor. Dieser steigt gleich in seinen Vortrag ein mit den Worten: Er ist gut gelaunt, weil er hier als Mitglied OGB vor Kameraden sprechen darf und weil in den Räten bezüglich WEA nun Einigkeit herrscht. Er gratuliert der prosperierenden OGB zu ihren guten Programmen und zu aktiven Leuten die mitmachen.

Vom Heute zum Morgen

In der Teilstreitkraft Heer sind zwei Drittel aller aktiven AdA eingeteilt. Die Bedrohung ist vielfältiger und diffuser geworden; die finanziellen Mittel haben abgenommen. Im personellen Bereich ortet der Referent vier Teilprobleme die er ausführlich behandelt.

Was heisst es, heute für einen Verband der Infanterie zuständig zu sein? Folien veranschaulichen es deutlich. Die zVf stehende Ausbildungsinfrastruktur muss optimal genutzt werden. Eine sehr gute Infrastruktur ist die Simulation ELTAM in Thun und die Führungssimulation in Kriens. Er selber leitet die Brigadeübungen auf dem Fhr Sim in Kriens. Ihn beeindruckt der Leistungswille unserer Miliz. In den Bereichen Existenzsicherung und Sicherungseinsätze kann bis auf die höchste Führungsebene eine gute Qualität erreicht werden, auch im Bereich der Manöver. Er spricht hier die erfolgreiche Übung CONEX 15 an.

Eine weitere Herausforderung stellen die Rüstungsprojekte dar. Als Beispiel dient hier die Ausrüstung des Infanteristen der Zukunft oder der Bereich schwere Kampfmittel. Parallel geht es darum, im Bereich Schutz und Katastrophenhilfe à jour zu bleiben. Die Welt wird zunehmend unsicherer, nicht nur weit weg, auch in Europa, mitten unter uns, heute und jetzt. (Und was an diesem Abend noch keiner wusste: nur einen Tag später fanden die Anschläge in Brüssel statt. Red.) Die Brutalität solcher Konflikte ist unvorstellbar. Dies hat Konsequenzen für unsere Armee. Die Aktionen HELFEN – SCHÜTZEN – KÄMPFEN müssen in Kombination und ihrem Zusammenwirken geleistet werden können.

In der Armee von Morgen stehen vier fundamentale Verbesserungen im Fokus: Erhöhung der Bereitschaft, Verbesserung der Kaderausbildung, Vollausrüstung der Einsatzverbände und Regionalisierung. Mit der WEA wird der Sollbestand der Armee von heute 200‘000 auf 100‘000 reduziert, d.h. eingeteilt ca. 140‘000 und somit mehr als heute. (Kurz darauf ist das der „Aufhänger“ des Bürgerkomitees für das Referendum „Nein zur Halbierung der Armee“ das glücklicherweise nicht zustande kam. Red.)

Mit einer Gliederung in die Bereiche Einsatz, Ausbildung und Unterstützung werden das Heer und die Luftwaffe nicht mehr DU CdA sein und in die neuen Kommandostrukturen integriert, will heissen in ein Kommando Operationen und in das Kommando Ausbildung. Die neue Armee wird somit zur Verteidigungsdivision welche alle schweren und gepanzerten Mittel vereint. Zum Schluss macht sich Div Stoller Gedanken zum Einsatz. Unter anderem soll mit der Neuerung insgesamt den Querschnittsspähren „Elektromagnetischer Raum“, „Cyber-Raum“ und „Informations-Raum“ das notwendige Gewicht gegeben werden. Schliesslich zählt nur eins: WIR MÜSSEN GEWINNEN!

Div Stoller gebührt grossen Dank für dieses ehrliche und aufschlussreiche Referat. Er hat manches aus der negativen Presse zurechtgerückt, er hat informiert, orientiert und man wünscht sich nur noch eines: dass die WEA störungsfrei weiter geplant und dann eingeführt werden kann. Wir stehen dahinter.

Four aD Ursula Bonetti


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