Luftaufklärung ist eine Paradedisziplin

Es ist immer spannend, nicht in die Kaserne zu müssen, sondern zu dürfen, um zusammen mit Kameraden der OG Stadt Bern ein interessantes Referat zu hören. Anfang Mai trabte man in die Mannschaftskaserne der Berner Truppe zum Vortrag von Oberst Adrian Fischer, Kommandant Dro Kdo 84. Dieses Kdo gehört zum LVb Fl 31. Thema: ADS 15 – Ein Meilenstein für die Luftaufklärung der Armee.

Oberst Fischer erinnerte an die Entwicklung der Luftfahrt überhaupt. Stichworte Gebrüder Wright, die „sagenumwobenen“ Raketenentwicklungen V1 und V2 und es gab auch schon Drohnen die mit Fotoapparaten bestückt zur Aufklärung eingesetzt wurden. Er skizzierte den Weg der Beschaffung der ADS 95, die privat zu sehen zunächst nur wenigen Leuten möglich war. Die Schreibende hat sie am Flugtag 2003 in Emmen im Hangar, beim Start und fliegend gesehen. Oberst Fischer war von Anfang an dabei, er sah Drohnen die teilweise unglaublich vielseitig sind. Ob bemannt oder unbemannt, Luftkaufklärung ist eine Paradedisziplin.

Zugunsten militärischer und ziviler Führungsorgane

Die Drohnen machten in 10-15 Jahren eine riesige Entwicklung durch, viele Nationen haben diese Möglichkeit der Luftaufklärung für sich entdeckt. Israel nimmt eine Spitzenposition für Forschung, Entwicklung und Produktion ein. Die von der Schweizer Armee nun bestellte Hermes 900 ist denn auch aus dem Hause Elbit.
Das Dro Kdo 84 nimmt vielfache Aufgaben wahr, z.B. Zusammenarbeit im Artillerieschiessen. Die ADS 95 hat die Zulassung für alle Gebiete der Schweiz. Mit Kamera und Sensor ist der Einsatz möglich für: Nachrichtenbeschaffung, aber auch Feuerleitung bei der Artillerie, Einsatz zugunsten Konferenzschutz wie beispielsweise an der WM 08 oder OSZE in Basel, überprüfen von Verkehr auf Strasse und Schiene, bei Umweltkatastrophen wie Waldbrand, Hochwasser. Die Bilder werden jeweils an die entsprechende Einsatzzentrale geleitet, werden dort ausgewertet und bilden Grundlagen für Entschlussfassungen.
Für einen länger dauernden Einsatz benötigt das ADS 95 mehrere Drohnen die sich nach ca. 3 Stunden jeweils über dem Zielgebiet abwechseln. Es braucht etliches an Logistik, was auf bildlichen Darstellungen eindrücklich gezeigt wird. Die bisherige Drohne hat eine beschränkte Reichweite und Verweildauer, ist wetterabhängig. Sie fliegt nicht bei Nebel, starkem Regen oder Eisbildung. Kurz, sie hat ausgedient und dies führte zum Entschluss, für die Schweizer Armee eine neue Drohne zu beschaffen.

Beschaffung 2016-2019

Oberst Adrian Fischer zeigt die Vergleiche von ADS 95 zu ADS 15 überzeugend auf. Die rein technischen Daten interessieren vielleicht nicht alle Anwesenden, dafür die immer wiederkehrende Frage nach einer Bewaffnung. Die Aufklärungsdrohne ist nicht bewaffnet und kann entgegen ziviler, politischer Skepsis, auch nicht nachträglich bewaffnet werden. Im Mittelpunkt des Vortrages steht: Was kann die ADS 15? Sie ist sehr vielseitig einsetzbar und das Drohnenkommando liefert  je nach Aufgabe Berichte ab mit Fotos, Text oder Videosequenzen. Sie kann – der Referent erwähnt mit Humor den Werbespruch für Ovomaltine – in jedem Fall länger, nämlich in der Luft bleiben und Daten liefern. Die Drohne ADS 15 ist geräuscharm, was die Bewohner der Einsatzgebiete sicher zu schätzen wissen werden. Die ADS 15 ist mit Tageslicht- und Wärmebildkamera ausgerüstet und kann zukünftig mit weiteren Sensoren bestückt werden.
Die gezeigten Bilder weisen gut verständlich auf das ganze Spektrum des Einsatzkonzeptes hin, zeigen den Verbund verschiedener Systeme und ihrer Aufträge. ADS 15 ist ein mobiles System, das ab einem Flugplatz aus über der ganzen Schweiz eingesetzt werden kann. Die Übermittlung erfolgt auch über Satellit. Für Liveübertragungen direkt von der Drohne ins Gelände genügt heute ein Laptop wo bisher ein ganzer Lastwagen mit Geräten notwendig war. Fazit: ADS 15 ist für die Luftaufklärung ein notwendiger Schritt, der jetzt gemacht werden muss, nicht erst in einigen Jahren. Oberst Fischers Wort ins Ohr der Parlamentarier.

Ursula Bonetti


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