Der exklusive Anlass gliederte sich in zwei Teile. Zunächst besichtigten die rund 40 Mitglieder und Gäste die Armeeapotheke in Ittigen und anschliessend hielt der Oberfeldarzt, Div Andreas Stettbacher, sein Referat. Zum Ausklang wurde ein reichhaltiger Apéro offeriert, der zu weiterführenden Gesprächen und zur Pflege der Kameradschaft den idealen Rahmen bot.

Die OGB bietet ihren Mitgliedern immer wieder Gelegenheiten zu Besuchen die nicht einfach jedermann zugänglich sind. Jeder hat im WK schon mal Produkte aus der Armeeapotheke erhalten, aber wer war schon dort? In Ittigen befindet sich eine dreistöckige, hochmoderne Anlage zur Konfektionierung von rund 104 Präparaten für den Armeesanitätsdienst. In Krisenfällen und Notlagen, können für die zivile Bevölkerung Produkte bezogen werden, z.B. Impfstoffe. Die Produktepalette umfasst Cremen, Salben, Tabletten, Dragées, Pillen. Es werden flüssige Produkte in Flaschen und Ampullen abgefüllt. Der Einwägeprozess ist eine hochsensible Stelle. Im Betrieb braucht es Fachleute, die zivil hier arbeiten und das San Bat 81 leistet mit 2 Kp hier ihren Dienst, Profis aus Chemie, Pharmazie, Bio-Laboranten, Apotheker. Bei einem schweren Erdbeben müssten beispielsweise viele Schmerzmittel und Infusionen bereitgestellt werden, ebenso Atropin gegen Vergiftungen.

In Gruppen aufgeteilt macht die Gesellschaft einen Rundgang an jedem Arbeitsprozess vorbei. Einige Räume dürfen aus hygienischen Gründen nicht betreten werden, geben aber durch grosse Fenster den Einblick frei. Fragen zu den Anlagen oder zu den Produkten werden von den Gruppenführern immer gleich vor Ort höchst kompetent beantwortet. Viele Geräte und Maschinen sind in der Schweiz entwickelt und hergestellt worden, z.B. für Blisterpackungen für Tabletten. Die Kleidervorschriften für Mitarbeitende und Dienstleistende sind sehr streng. Zu dem mit Spannung erwarteten Referat von Oberfeldarzt Div Andreas Stettbacher darf man Platz nehmen.

Kämpfer ohne Kampfauftrag

Wenn die WEA wie geplant umgesetzt werden kann, dann profitieren die Sanitätstruppen davon. Die Sanität wird zur Miliz mit hoher Bereitschaft, im Rettungswesen bereit zum Einsatz zugunsten der zivilen Bevölkerung. Es braucht auch hier Fahrer, Funker, Logistiker. Bei der Truppe werden Spezialausbildungen vermittelt: Hygiene unter erschwerten Bedingungen, Sterilisation, Feuerwehr, Logistik, ja und auch Pharmaproduktion. Erwähnt werden aktuelle Grippefälle oder die immer wieder vorwiegend in Altersheimen und Pflegeeinrichtungen auftauchenden Norovirusfälle.

Ein Kurzfilm zeigt die Fähigkeiten der AdA der San Trp, ihre Motivation und Begeisterung im Einsatz in Pflegeeinrichtungen aller Art. An der Air14 in Payerne sind von den San Trp der Armee über 1000 Patienten von zwei San Kp betreut worden. Der Referent geht auf die Mittel des Sanitätsdienstes ein, spricht über Aktuelles zu Einsätzen und über medizinische Grundversorgung.

Die Ausbildung teilt sich in zwei Bereiche: Einheitssanitäter aller Truppen. Ab 2016 kann das Zertifikat für Einsatzausbildung erworben werden, was den zivilen Einstieg im Rettungswesen ermöglicht. Der Spitalsoldat erhält eine Einstiegsberufsqualifikation in das Gesundheitswesen. Die UOS für Militärärzte ist der perfekte Start ins Studium. Das Leistungsprofil für Sanitäter ist vielseitig und hoch anspruchsvoll von der medizinischen Versorgung im Militäralltag bis zum Notfalleinsatz im Koordinierten Sanitätsdienst. Spezialfunktionen stellen die San Log sicher.

Weniger erfreulich sind die Resultate 2014 über Stellungspflichtige. Da sind einerseits die medizinischen Gründe für Dienstuntauglichkeit und dann der unsägliche Zivildienst. Wenig bekannt ist die Wertschöpfung/Gesundheitskoste der Armee (Sanität). Da sind allein die für den Stellungspflichtigen kostenlos erfolgten ärztlichen Untersuchungen, die ihm ein umfassendes Bild über seine Gesundheit geben. Es besteht die Möglichkeit, sich impfen zu lassen. Augen und Gehör werden getestet. Und nicht zuletzt geht mancher AdA im Truppendienst zum Arzt und zum Zahnarzt, denn so belastet er seine private Krankenkasse nicht. Ein besonderes Thema ist auch „Sportliche Leistung versus Adipositas".

Dessen ungeachtet – wir sind ja alle sportlich und schlank – geniessen die Anwesenden anschliessend die feinen Dinge aus Küche und Keller. Nicht ohne zuvor Div Stettbacher herzlich zu danken für dieses vielseitige Referat welches einen ungewöhnlichen Einblick in eine Truppengattung gab, die den Angehörigen von Kampftruppen erst bewusst wird, wenn Bauchgrimmen, Zahnweh oder eine Verletzung den WK unsanft unterbrechen. Dann braucht es die gut ausgebildeten Kämpfer ohne Kampfauftrag!

Ursula Bonetti

 


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