Zusammen sind wir stärker

Die Offiziersgesellschaft der Stadt Bern hielt ihre 154. Mitgliederversammlung am 16. März 2015 im Haus der Universität in Bern ab. Nach dem statutarischen Teil sprach Div Philippe Rebord, Kdt HKA, zum Thema „Realität und Wahrnehmungen zur WEA". Oberstlt i Gst Matthias Spycher zog seine erste Mitgliederversammlung als Präsident generalstabsmässig durch. Kein Wort zu viel, kein Schlendrian, keine unnützen Diskussionen. Damit schuf er Zeit für das Referat, dem alle mit grossem Interesse folgten. Anschliessend schritt man zum Apéro und etwas später zur Tafel im Festsaal. Der Abend klang in froher Kameradschaft aus.


Wechsel im Vorstand

Obwohl in der Kürze die Würze liegt, gedachte man selbstverständlich der verstorbenen Mitglieder. Präsident Spycher leitete seine erste Mitgliederversammlung souverän und kompetent. In seinem Jahresbericht hielt er Rückblick auf das Jahresprogramm 2014. Er stellt mit Freude fest, dass die reiche Palette von Vorträgen mit jeweils 150-200 Teilnehmern gut bis sehr gut besucht worden war. Dies zeigt, dass Referate zu militärischen oder militärhistorischen Themen auf grosses Interesse stossen und der Weiterbildung dienen. Damit wird durch hochkarätige Referenten z.B. eine Information über die Armee aus erster Hand geboten. Es durften mehrere neue Mitglieder begrüsst werden, dynamische junge Offiziere aller Truppengattungen.

Der Vertreter Fachsektion AVIA, Oberst i Gst Frieder Fallscheer, hält ebenfalls einen Rückblick. Er dankt der SOG für die Unterstützung in verschiedenen Aktionen im Vorfeld der Gripen-Abstimmung. Er bedauert, dass der Gripen abgelehnt worden ist und macht sich Gedanken: wie weiter mit der LW?

Aus dem Vorstand sind aus beruflichen Gründen einige Mitglieder ausgetreten. An ihrer Stelle sind neu gewählt worden: der Kassier, der Redaktor „Offizier", der Sekretär, der Webmaster und eine Beisitzerin, die künftig den Redaktor unterstützen wird.

Der Präsident dankt den zurück getretenen Kameraden und heisst die neuen Vorstandsmitglieder willkommen. Sie präsentieren sich auf der neuen Website. Das Jahresprogramm 2015 verspricht wiederum eine Reihe besonderer Vorträge und auch Exkursionen. Die OGB ist eine lebendige Gesellschaft und bietet ihren Mitgliedern ein reiches Programm das seinesgleichen sucht.

Le chef c'est celui, qui a besoin des autres

Div Philippe Rebord überbringt die Grüsse des CdA, KKdt André Blattmann, und beginnt sein Referat mit Humor, indem er sagt: „Die Romands brauchen die Berner, beispielsweise das Berner Inf Bat 13. Sie haben eine Brückenfunktion für die Zukunft, nämlich zur Ter Reg 1. Zusammen sind wir stärker." In den folgenden Worten erfuhren die Anwesenden den aktuellen Stand der Weiterentwicklung der Armee (WEA). Div Rebord informierte sachlich und leicht verständlich. Seine Kernaussage heisst: „Wir haben nur Erfolg, wenn wir zusammenhalten." Damit war das Parlament angesprochen, wie auch die Verantwortlichen der Armee und diejenigen, die später unter den neuen Voraussetzungen Militärdienst leisten werden. Div Rebord ist enttäuscht von der dauernd negativen Presse zur WEA. Mit einem Blick auf die Schreibende relativiert er schmunzelnd, dass die Militärpresse nicht gemeint sei.

Die Botschaft WEA ist auf Kurs. Die Ziele finden mehrheitlich Zustimmung. Einige Bilder sagen mehr als Worte: Die geballte Ansammlung schützenswerter Objekte im Jurabogen, davon ausgehend die Durchhaltefähigkeit in Krisen oder bei Katastrophen. Oder die Zahlen über die Militärdiensttauglichkeit der jungen Schweizer. Dass ein hoher Anteil Stellungspflichtiger noch vor kurzem „Ausländer" waren spielt eine Rolle bei der Rekrutierung. Das neue Fussballstadion Barcelona fasst 100'000 Zuschauer: man könnte also dereinst die ganze Armee dort placieren. Der Trend zum Zivildienst hält an. Div Rebord sieht darin eine Gefahr für die WEA. Die Hürden sind zu wenig hoch.

Politik und Armee

Wichtig sei die Ausbildung der Kader. Er erinnert an die Verantwortung und das Vertrauen das in der Milizarmee den jungen Menschen geschenkt wird. Ein Wachmeister hat mit acht Soldaten (mitsamt Material und Fahrzeugen) mehr Direktunterstellte als der Chef der Armee. In den Augen der AdA ist häufig die Motivation zu sehen. Die Stärke der Armee sind sie, die Uof.

Beim Blick auf die Folie K-K-K allein im Februar 2015 rieselt es einem kalt über den Rücken. Konflikte, Kriege, Krisen und Katastrophen, nur wenige Flugstunden entfernt. Noch eindrücklicher ist die Folie Risiken und Bedrohungen im eigenen Land. Hierzu finden jährlich Volltruppenübungen mit zivilen Partnern (Blaulichtorganisationen) statt, damit die Armee ihre Aufgaben übernehmen und erfüllen kann. Bei jedem Ereignis in der Schweiz ist die Armee dabei. Div Rebord fordert Respekt vor den Soldaten und Kadern. Gespräche mit den Armeeseelsorgern zeigen die Dimension des Auftrages auf.

Die Aufträge der Armee haben sich nicht geändert. Begriffe wie Neutralität oder Wehrpflicht müssen in der Bevölkerung, beim Bürger in Uniform, definiert und besser ins Bewusstsein gebracht werden.

Die Zusammenfassung zeigt: Einsätze und Ausbildung: erfüllt; das Tagesgeschäft läuft und die Botschaft WEA ist auf Kurs. Bedauerlicherweise sind sich innerhalb der Armee nicht alle einig. Div Rebord hofft: „Sie überzeugt zu haben von der Notwendigkeit der WEA." Bis dieser Bericht erscheint, wissen wir mehr, dann werden beide Kammern des Parlamentes über die WEA debattiert und entschieden haben. Div Rebords und Kdt Blattmanns Worte in Gottes Ohr!
Ursula Bonetti

  • No comments found

Leave your comments

Post comment as a guest

0
Besten Dank für Ihren Kommentar.
Der Webmaster wird diesen schnellstmöglich prüfen und anschliessend freischalten.